Ich wohne ja in der Nähe eines Alten- und Pflegeheims. Genau genommen liegt es zwischen meiner Wohnung und dem Friedhof.
Nun habe ich mich gerade daran gewöhnt, dass mich die 9 – 10 Jährigen um eine Zigarette anschnorren, nun muss ich auch noch vor den 90zig Jährigen auf der Hut sein. Denn, wenn mensch an diesem Altenheim vorbei geht, dann liegen sie auf der Lauer. Können kaum noch stehen. Schwer auf den Rolator gestützt hinken sie auf dich zu: “Haben sie mal eine Zigarette? Ein bisschen Tabak?” Booah, ist schon gruselig. Besonders da sie sich mittlerweile zusammen rotten und in versetzter Zweierreihe auf Posten sind. Die werden richtig militant. Ich habe schon Angst, dass ich demnächst von einem mit der Krücke zu Fall gebracht, und vom anderen gefilzt werde.
Nein mal im Ernst. Im Pflegeheim kriegen diese Leute 15 Euro Taschengeld, für 14 Tage. jedenfalls die mit geringer Rente. Das müssen sie sich einteilen. Nun mag ja mancher sagen, na ja, denn müssen sie sich eben das Rauchen abgewöhnen, aber ich denke so einfach ist es nicht. Es ist einfach unwürdig, dass Menschen so alt werden müssen. Darauf angewiesen, dass ihnen jemand eine Kippe gibt, oder das ein Pfleger einen guten Tag hat und etwas mehr als die übliche Ration zu teilt.
boah bin ich froh dass ich nicht mehr rauche
dabei hatte ich mir doch zugestanden als unwürdige greisin das rauchen wieder anzufangen
ist das nicht grauenvoll wie wir unsere alten behandeln
da liegt die flucht in die demenz doch nahe
mir wird ganz heiss vor zorn
das ist aber eine gute idee
statt eine von den milden damen zu werden die im altersheim vorlesen gehe ich jeden tag mit einem sack tabak da hin und drehe zigaretten
aaah das sind so die kleinigkeiten über die ich tage wüten kann
Ja, dieses System ist grausam. Die Alten, die Kinder und die sich nicht helfen können, bleiben auf der Strecke.
Hatte heute ein nettes Gespräch auf einem Amt, und kam zu dem Schluss, dass wir alle einem Übermaß an Angst ausgesetzt sind. Angst vor dem Altern, fördert den Jugendwahn. Angst um die Existenz, dass sinnlose Konsumieren, denn solange das geht, ist es ja noch nicht so schlimm.
Wenn ich einmal reichlich Geld habe, verteile ich Tabakpräsente im Heim. Mal sehen ob sie mich rausschmeissen. Alles Liebe Karin
PS: Wir werden alt wie Charlotte.
wir werden daran arbeiten
))
Da sehe ich schon mich und meinen Holden in etwa 25 Jahren…
jetzt hab ich endlich mal gerafft dass du beide Karins bist!
Ja, ich bin die von der Writresscorner und von Ka-rit´s World. Um das Lot vollzumachen auch noch Sukarivik bei Flickr.
Das Internet ist doch eine tolle Sache.
Alles Liebe Karin
hallo ihr lieben man/fraumerkt ihr habt noch nie im altenheim gearbeitet klar bekommen manche nur wenig geld aber das ist nicht das eigentliche problem. es gibt leute die sind so krank das sie vergessen das sie gerade geraucht haben ,diese können sogar noch am rauchen sein und dich anbetteln ihnen doch endlich eine zigarette zu geben.oder sie entwickeln eine wirklich unstillbare sucht
sie können nicht auf hören zu essen zu trinken zu schlafen
zu klopfen zu schwanken.das hat etwas mit hospitalismus zu tun und natürlich mit ganz viel einsamkeit.
das wär doch mal die idee ihr nehmt euch einen nachmittag zeit und macht was mit den leuten, ihr müsst nicht mal bis zur rente warten
lg dagmar
Hi Dagmar. Das stimmt so nun auch nicht. Ich habe sehr wohl schon in einem Heim gearbeitet.
Zu deiner Idee doch mal was mit den Leuten zu machen. Ich werde ganz bestimmt nicht in irgendeinem Heim eine ehrenamtliche Tätigkeit anfangen. Auch sonst nirgends. Das einzige was dabei rauskommt, ist das die Zeiten für das Personal noch mehr gestrafft werden, und das war es.
Ich möchte keinesfalls die Arbeit, die vom Pflegepersonal, für viel zu wenig Geld und noch weniger Anerkennung, geleistet wird, schmälern. Sondern es ging mir eher um die politische Situation, und darum das die Gewinnmaximierung für die privaten Träger zu Lasten der PatientInnen geht.
Alles Liebe Karin