Im Moment bin ich sehr nachdenklich. Mache Bestandsaufnahme! Wo stehe ich? Wo soll es hingehen? Wie will ich den weiteren Weg gestalten?
Mein ursprüngliches Ziel hat sich nicht verändert. Ich strebe an mich von Abhängigkeiten zu lösen. Entdecke mehr und mehr wie reich mensch durch weniger Besitz wird. Nämlich reich an Zeit und reich an Raum. Ich miste aus. Sowohl innerlich wie äusserlich. Schaue genau was ich brauche. Werfe Ballast ab und erneuere Ideen und Pläne.
In den letzten 5 Jahren habe ich mein Leben grundlegend verändert. Im Gegensatz zu früher schaue ich sehr genau was ich brauche. Und wäge noch genauer ab, ob der Besitz der einen oder anderen Sache den Arbeitsaufwand wert ist ihn zu erhalten. Viktor und ich sind beide keine Neukäufer. Wir erhalten lieber und erneuern. Das gibt recht individuelle Ergebnisse. Wie Flickenjacken und -Hosen. Ich glaube ich habe mir seit bald 2 Jahren keine neuen Kleidungsstücke mehr gekauft. Demnächst werde ich auch noch beginnen mir eine praktische Alltagsgarderobe zu nähen. Werde versuchen mit 3 Hosen und 3 Oberteilen auszukommen. Dazu entsprechendes Unterzeug und es sollte reichen. Keine Gedanken mehr was passt farblich zusammen. Bei Schwarz, Rot und Weiss kann mensch nicht all zu viel verkehrt machen.
Wo ich nicht sparen werde, wie ein Versuch gezeigt hat ist es das nicht wert, ist an Nahrungsmitteln. Also nicht an der Quantität, sondern an der Qualität soll es nicht mangeln. Bio soll und wird es weiterhin sein. Ein kurzer Ausflug, aus einem finanziellen Engpass (also noch enger wie sonst) hat gezeigt, dass es nichts bringt, ausser Asthma und eine Agressivität die ich glaubte lange überwunden zu haben. Daher werde ich lieber weniger, aber dafür hochwertig essen.
Die Auseinandersetzung mit dem Thema wie erlange ich mehr Unabhängigkeit ist ja permanent bei mir in Gange und auch fruchtbar. Ich bin da so voll von Gedanken, dass ich gerade Ideen zu einem Selbstversorgerkonzept in Romanform aufschreibe. Wird eine Art Social Fiction. Denn wenn ich einen Blick in unsere schwarz/gelbe Zukunft werfe, glaube ich, dass es dringend notwendig ist sich mit alternativ Modellen auseinander zu setzen. Jedenfalls wird mir vieles klarer durch das Schreiben und gibt den Mut nicht nur theoretisch nach Möglichkeiten jenseits des Geld-Ware-Konzeptes zu suchen, sondern auch so viele wie möglich im Alltag zu integrieren.
Tja, dass ist was mir im Moment so im Kopfe herum geht. Es ist ja gerade Erntezeit und somit der Zeitpunkt um Bilanz zu ziehen. Ich bin recht zufrieden mit der Ernte des letzten Jahres und überlege nun sehr genau was ich für das nächste Jahr säe.
Ich denke mein Motto für die nächste Zeit wird eines sein, dass mich schon mal eine entscheidende Zeit begleitet hat. Es stammt von Marge Piercy aus Frau am Abgrund der Zeit:
Deine Theorie ist nur so gut wie deine Praxis, und dein Körper so gut wie die Nahrung die du ihm gibst.