Monats-Archiv für September 2009

Herbstvorbereitungen

Diese Woche war der Herbst nicht nur in der Luft zu spüren, sondern auch einige andere Anzeichen sprachen dafür. So hat es das erste Feuer im Ofen gegeben. Holz und Kohlen für den Winter sind gekommen und wurden verstaut. Mir ist heimelig und nach Rückzug. Gerne gehe ich mal eine Runde hinaus, aber mit Menschen habe ich es nicht so. Also in Massen. Eher der kleine Kreis bei einer Tasse Tee und einem Stück Kuchen, vorzugsweise nach Zimt duftenden.

Vogelbeeren

Es ist eine gemütliche Phase, ein durchatmen nach einer recht anstrengenden Zeit. Wir hatten es nicht so ganz einfach die letzten Wochen. Wie immer Geldprobleme. Viele Verpflichtungen, wenig Ausruhzeit. Das wollen wir jetzt wieder ändern. Mehr gemeinsame Spaziergänge, statt flüchtiger Begegnungen an der Tür, mehr Gespräche über die wichtigen Dinge und nicht nur ein schneller Abgleich von Terminen und ein Kuss an der Tür.

Gleichzeitig ist so eine Zeit der Fülle. Alles scheint auf einmal zur Reife zu kommen und will verarbeitet werden.

HarvestBei all den Erntearbeiten ist es auch eine Zeit sich Gedanken um die eigene, persönliche Ernte des letzten Jahres zu machen. Es war ein sehr anstrengendes, aufreibendes Jahr und ich bin oft an die Grenzen meiner Kraft gekommen, aber ich habe auch im Grossen und Ganzen geschafft was ich mir vorgenommen habe.


Lebst du noch, oder wohnst du nur? – 8. Kapitel

Typberatung

copyright Karin Braun

Es war schon ein merkwürdiges Gefühl nicht als Besucher durch die Ausstellung zu gehen. Kein schlendern und mal hier mal da gucken, sondern zielgerichtet gingen wir auf die Musterwohnung zu. Vom Gang aus war die noch nicht einzusehen. Da sah man nur eine Holzwand auf der Schilder mit dem Hinweis: Hier wird umgebaut! angebracht waren. Rechts an der Seite ging ein schmaler Gang, durch den gelangten wir in eine Art Lager. Gleich hinter der Tür links ging es denn weiter in meine zukünftige Wohnung. Ich war überrascht wie weitläufig alles war. Sven erklärte mir, dass sie sich 3 Zimmer mit Küche und Bad vorgestellt hätten. Mir blieb die Spucke weg. 3 Zimmer! Für nur eine Person. Schon alleine die Küche war größer als das 12 qm Zimmer welches ich jetzt bewohnte. Während die anderen sich mit den Handwerkern besprachen, ging ich durch die Räume. Ein merkwürdiges Gefühl überkam mich. Hier wurde soviel Aufwand getrieben für mich! Na ja, nicht für mich, sondern um Werbung zu betreiben und Menschen zum Kaufen zu animieren. Das musste ich mir immer mal wieder ins Gedächtnis rufen. Trotzdem war ich überwältigt und musste gegen das Gefühl ankämpfen, dass dies alles eine Nummer zu gross für mich sei. Am liebsten wäre ich in das Restaurant gegangen und hätte mich, wie früher, hinter meiner Kaffeetasse versteckt. Doch dafür war es nun zu spät.

Svens Stimme riss mich aus meinen Gedanken und ich ging wieder zu den anderen. Nachdem der Vorarbeiter uns verabschiedet hatten, trennten wir uns. Sven hatte eine weitere Besprechung, die Herren von der Werbeabteilung hatten auch zu tun. Wahrscheinlich darüber nachdenken wie sie die neue Idee, und so mit auch mich, am Besten in die Medien bekamen. In Gedanken versunken stand ich da, bis ich bemerkte das Roger Hansen mich erwartungsvoll ansah:

“Kommen Sie, Martin.” Er wandte sich zum gehen und ich folgte ihm. Mit tänzelnden Schritten und ausgepägten Hüftwackeln, also wenn der nicht schwul war, wusste ich auch nicht, führte er mich in einen Büroraum. Dieser war im Gegensatz zu Svens Büro sehr nüchtern eingerichtet und passte nicht so richtig zu Hansen. Da hatte ich sehr viel mehr erwartet. Er bemerkte meinen Blick und lachte: “Das ist nicht mein Büro. Meine eigenen Räume sind in der Stadt.” Er schauderte: “Gott sei dank, sonst würde mir alle Kreativität flöten gehen.” Mit einem theatralischen Augenaufschlag sah er sich um, zuckte merklich zusammen als sein Blick an einem Druck von Klimt hängen blieb, raffte sich dann aber zusammen und wandte sich wieder mir zu: “Nun gut, die paar Tage wird es gehen. Also los. Je eher daran, je eher davon. Der frühe Vogel fängt den Wurm und so weiter. Wir fahren am Besten in den Cittipark da haben wir alle Geschäfte die wir brauchen.”

“Fahren?” Fragte ich entsetzt. “Aber der Cittipark ist doch nur ein paar Meter von hier entfernt, da können wir doch laufen.”

Hansen stockte und drehte sich entsetzt zu mir um: “Lieber Martin, du musst noch viel Lernen!”  Er streckte seinen Fuss aus, “das hier sind italiensiche Slipper für round about 500 € das Paar und draussen regnet es. Solche Schuhe sind nicht geeignet zum Laufen im Freien, jedenfalls nicht bei Nässe.”

Während ich noch dachte: 500 €! Das ist 1/3 mehr als der ALG II Satz für einen Erwachsenen um einen Monat zu leben, sprach er bereits weiter allerdings mit sehr viel weniger Theatralik in der Stimme: “Aussdem gab Gott mir meine Füße zum Gasgeben und Bremsen, aber nicht zum Laufen!”

Während wir in die Tiefgarage gingen dachte ich noch über die 500€ Schuhe nach. 500 € also ca. 1000 DM hatte nicht einmal mein erstes Auto gekostet. 500 €!! Mein teuerstes Paar Schuhe hatte 50 € gekostet und da war mehr dran, immerhin waren das ein paar solide Winterstiefel. In was für eine Welt war ich hier eigentlich geraten? Dies dato hatte ich immer gedacht, dass IKEA mit Preisbewusstsein zu tun hatte. Aber anscheinend galt das nicht für die Angestellten in der Verwaltung.

Nach 3 min Fahrt in einem Landroover Defender, der mich schon gar nicht mehr erstaunte, hatten wir den Cittipark erreicht und eher ich mich versah, stand ich in Unterhosen in einer Umkleidekabine und probierte diverse Kleidungsstücke an. Meine Befürchtung das Roger versuchen würde mich in super modische Teile zu stecken, die ich verabscheute, erwies sich als unberechtigt. Da wurde ich angenehm überrascht. Innerhalb von 3 Stunden verfügte ich über eine komplette Gardrobe bestehend aus 2 Jeans, 3 Sweatshirts, 4 T-Shirts, 2 Jacken, 2 Anzügen und Schuhen. Ganz zu schweigen von diversen Kleinkram und das verwunderlichste war, dass mir die Sachen gefielen. Sogar die Anzüge mit den Oberhemden. Nichts war zu eng, oder zu auffällig.

Mein Begleiter schien auch zufrieden. Er hatte veranlasst, dass alles geliefert werden würde und meinte: “So, nun ist Zeit für eine Mittagspause.” Auch ich verspürte Hunger, doch ehrlich gesagt hatte ich gehofft, dass ich im IKEA Restaurant etwas essen könnte. Denn dieser Yuppi hier würde sicher auf Sushi oder etwas ähnliches bestehen. Noch schlimmer wahrscheinlich würde er Salat vorschlagen, was ich nun gar nicht brauchte. Salat, das war Essen für das Essen. Aber ich war hungrig und da der Einkauf relativ stressfrei von Statten gegangen war, beschloss ich ihm zu folgen, was ihn sehr zu freuen schien: “Gut, dann gehen wir am Besten in zu Nordsee.” Das war ja besser als erwartet. Dort gab es was für jeden Geschmack.

Im Restaurant erwartete mich die nächste Überraschung. Mein Begleiter bestellte sich nicht den erwarteten Salat, sondern Scholle mit Bratkartoffeln und eine Cola. Ich nahm das Gleiche und wir suchten uns einen Platz. Roger trank einen tiefen Schluck direkt aus der Dose. Rülpste leise aber vernehmlich hinter vorgehaltener Hand, und begann zu essen. Mir fiel fast die Gabel aus der Hand. Was war das denn nun? Hoffentlich hatte ich es hier nicht mit einer multiplen Persönlichkeit zu tun.  Ein listiges Blinzeln verriet mir, dass das nicht der Fall war. Als er zu sprechen begann, auf ohne das sonstige Genöle, erwähnte er mit keinem Wort was diese Veränderung bedeutete, sondern fragte mich auf nette Art über mein Leben aus, und wie ich mich fühle in Hinblick auf den neuen Job.

Nach unserer Mittagspause, in der ich mein erstes Urteil über Roger Hansen gründlich revidieren musste, ging es zum Friseur. Kaum hatten wir den Salon betreten begann wieder das Nölen und Hüftenschwenken.  Er schien in dem Geschäft bekannt zu sein, denn die Begrüßung verlief sehr vertraut.

“Luis, Schätzchen,” begrüßte er den jungen Mann der gleich auf uns zukam als er Roger sah, “das ist Martin.” Luis streifte mich mit einem, entsetzten Blick. “Was kannst du tun, um ihn ein wenig herzurichten. Ich denke da ein modisch, aber nicht zu hipp und extravagant.” Er zupfte an meinen Haaren herum. “Vielleicht eine leichte Tönung um das Grau abzudecken.”

Luis verdrehte die Augen: “Roger, ich liebe dich und ich tue alles für dich. Aber im Rahmen meiner Möglichkeiten.”

An dieser Stelle drehte ich mich um und verließ das Geschäft. Roger Hansen kam mir nach und rief über die Schulter: “Danke Luis, du Blödmann.” Am Ausgang zum Parkplatz holte Roger mich ein und hielt mich an: “Entschuldige Martin. Luis ist ein Trampel.” Wütend schrie ich los und zu meinem Ärger bemerkte ich, dass ich mit den Füssen trampelte, was eine frühere Freundin von mir Rumpelstilzchen Syndrom nannte: “Ich habe es satt mich wie Müll behandeln zu lassen! Was fällt diesem Typen eigentlich ein?” Ich begann mich in Rage zu reden. Alles sprudelte aus mir raus. Tränen traten mir in die Augen und die ganze Zeit hüpfte ich wie ein Flummy auf und ab. Allmählich wurden die Leute um uns herum schon aufmerksam. Am Rande nahm ich wahr, dass Roger mich verwundert ansah. Er sagte nichts, er ging nicht weg, er sah mich einfach interessiert an. Das entwaffnete mich mehr als jeder Beschwichtigungsversuch seinerseits es getan hätte.

Meine Wut verebbte und ich stand nur noch da. Ausgepowert und erleichtert. Nun ergriff Roger das Wort: “Es war mein Fehler dich zu Luis zu bringen. Ich hätte daran denken sollen, dass er ein wenig merkwürdig ist. Aber er ist ein sehr guter Friseur, oder wie er es nennt “Hairstylist”.” Er lächelte verschmitzt: “Willst du es mit ihm versuchen, oder gehen wir zu jemand anders?”

Schließlich entschied ich mich Luis noch eine Chance zu geben. Eigentlich war es mehr, dass ich nicht klein beigeben wollte und ich muss sagen, dass Ergebnis war überzeugend. Mir die Haare färben zu lassen, wäre mir nie in den Sinn gekommen, und auch wenn mir mein Spiegelbild fremd war, so war mir klar, dass ich sehr viel jünger und dynamischer wirkte.

Als wir den Laden verließen, konnte ich es nicht lassen mich immer wieder im Spiegel der Schaufensterscheiben zu betrachten. Mittlerweile begann ich so etwas wie Hochachtung für Roger und seine Arbeit zu empfinden, daher folgte ich ihm anstandslos zum Optiker wo mein Kassengestell von Brille gegen ein sehr schönes Designermodell ausgetauscht werden sollte. Roger war auch hier bekannt und daher würde ich die neue Brille bereits am Ende der Woche abholen können.

Froh das der Tag vorbei war, aber zufrieden mit dem Ergebnis, trennten wir uns auf dem IKEA Parkplatz und ich fuhr in meine Wohnung.


Lebst du noch, oder wohnst du nur? – 7. Kapitel

Teamsitzung

copyright Karin Braun

Punkt 08:25 stand ich in Jürgens Vorzimmer und wurde von seiner Sekretärin freundlich begrüßt und in das Büro meines neuen Chefs geleitet, und stand dort nicht nur dem freundlichen Sven gegenüber, sondern noch 4 Wildfremden Menschen. Eigentlich hatte ich erwartet…? Ja, was eigentlich? Vielleicht eine Wiederholung meines letzten Besuches hier? Damals war ich zu Gast heute war ich ein Mitarbeiter und als dieser musste ich natürlich auch andere kennen lernen, die an dem Projekt beteiligt waren. Und das mir, der die Menschen doch nun wirklich nicht mochte. Sven hatte wohl mein Zurückzucken bemerkt und kam auf mich zu:

“Keine Angst Martin, sie sind hier unter Freunden. Die Jungens beissen nicht. Also komm herein und dann wollen wir auch gleich in medias res gehen.”

Er legte seinen Arm auf meine Schulter und schob mich mit sanften Druck auf den mir zu nächst stehenden Mann zu.

Himmel, dachte ich, genau mein Typ. Schwarzes Haar zu mit Gel gestylt. Gezupfte Augenbrauen, Sonnenbräune, auffällige, bunte Kleidung und, wie sollte es anderes sein, einen Ohrring. In den manikürten Händen ein Handy und eine Kaffeetasse. Jürgens stellte mir den jugendlich wirkenden Mann als Roger Hansen, Typberater vor.  Wir begrüßten uns durch ein kurzes Kopfnicken. Bevor ich weiter geschoben wurde. Die nächsten wurden mir als Enno Gutzeit, Harald Schmidt (lach lach, natürlich nicht “DER” Harald Schmidt) und Marc Liebig, kurz: Die Werbeabteilung! vorgestellt. Auch hier ein interessierter Blick auf mich und ein nichts sagendes Lächeln aus den drei Gesichtern. Nachdem ich ebenfalls mit einer Tasse versorgt worden war, forderte Jürgens uns auf, ihm in den an sein Büro angeschlossenen Konferenzraum zu folgen.

Nachdem wir uns um den Tisch versammelt hatten eröffnete Jürgens das Gespräch:

“Also meine Herren, dass Projekt ist bekannt. Wir haben bereits einiges auf der letzten Sitzung besprochen und hatten vereinbart heute konkreter zu werden. Vielleicht kann Harald das Ergebnis unserer letzten Sitzung noch einmal zusammen fassen, damit auch Martin auf dem neusten Stand ist und dann gehen wir in die Planung der Umsetzung.” Er wandte sich Harald Schmidt, ha ha, nicht DER, zu. Dieser trank einen Schluck Wasser, räusperte sich und begann:

“Also, auf der letzten Sitzung haben wir heraus gearbeitet wie die Wohnung konzipiert sein soll und wo sie ihren Platz findet in unserer Ausstellung. Wir haben uns dafür entschieden mit diesem Modell in erster Linie allein stehende Männer  anzusprechen. Frühere Umfragen haben ergeben, dass es hier nicht so wichtig ist, aus welchem Berufszweig der Käufer kommt, sondern was er eigentlich verkörpern möchte. Das ist bei Männern so um die 40 der erfolgreiche, unabhängige Junggeselle. Einer der sein Leben genießt, Schöngeist besitzt und es gerne chic und bequem hat. Was wiederum bedeutet, dass wir die Wohnung in diesem Stil anrichten werden. Also eher Produkte aus dem gehobenen Preissegment gemischt mit einigen Schnäppchen. Daran sollte natürlich Martins Erscheinungsbild angepasst sein. Eine Vita hierzu hat Enno entworfen und wir anderen fanden sie in Ordnung. Wenn du jetzt vielleicht übernimmst?”

Enno blätterte in seinen Notizen, überflog kurz die entsprechenden Seiten auf seinem Block und begann: “Also, wir stellen uns Martin als Freiberufler vor, Berater, Journalist oder Fotograf. Na ja, jedenfalls irgendwas wo er viel von zu Hause aus arbeitet. Er lebt alleine, führt aber ein sehr reges Leben. Ist interessiert an Lifestyle, Kunst, gutem Essen und lädt auch gerne mal Freunde ein.” Er unterbrach sich und sah mich resigniert an als wenn er sagen wollte: “Wie du es hinkriegen sollst so einen Typen zu verkörpern, weiß ich nicht. Wer hatte bloss die blöde Idee, dich einzustellen.” Ehrlich gesagt hatte ich das Gleiche gedacht, aber bei ihm ärgerte es mich und ich blitzte ihn zornig an. Sven hatte unseren Blickwechsel gesehen und auch er wusste was Enno dachte, und es schien ihn zu amüsieren. Seine Lippen umspielte ein ironisches Lächeln als er das Wort ergriff: “Enno, Enno, du zweifelst doch nicht etwa an meiner Menschkenntnis.” Seine Augen richteten sich auf mich: “Martin wird das sehr gut machen. Ich bin fest davon überzeugt.” Ehrlicherweise fügte er hinzu: “Ich weiß das er im Moment sicher nicht so aussieht, aber dafür ist Roger da um ihn ein wenig aufzupolieren.” Er sprach Hansen an: “Meinst du das Martin bis Donnerstag so weit ist?”

Der Schönling verdrehte theatralisch die Augen und nölte: “Meine Güte Sven, ich kann doch keine Wunder verbringen.” Er musterte mich kritisch und resigniert in einem: “Guck doch mal genau hin, der Mann ist vom Styling her ein Pflegefall. Da muss ich ganz von Vorne anfangen.”

Erneut wurde ich wütend und sprang auf: “Vielleicht sollte ich besser gehen! Das ist doch alles eine Schnapsidee.” Während ich das sagte, dachte ich gleichzeitig: Also  wieder Jobcenter und Meier-Diesterberg und verfluchte meine übertriebene Reaktion.

Sven sah Hansen sehr streng an: “Roger ich muss doch sehr bitten.” Der Ermahnte lächelte mich entschuldigend an: “Verzeihen sie Martin, war nicht persönlich gemeint.”

Ich setzte mich wieder: “Angenommen. Aber auch für mich ist es nicht einfach.” Ich sah auf die Tischplatte und versuchte aufsteigende Tränen zurück zu drängen, worüber ich mich noch mehr ärgerte. Aber schon immer fing ich an zu heulen wenn ich mich aufregte. Das hatte mir in der Schule das Leben schon nicht einfach gemacht, ganz zu schweigen von der Zeit bei der Bundeswehr und auf meinen Arbeitsstellen. Was hatte ich mir eigentlich gedacht mich hierauf einzulassen? Es hatte sich so einfach angehört. Ich setze mich in einer Musterwohnung, und lese Zeitung, schlafe oder mache sonst was. Hätte mir doch denken können, dass das nicht so gehen würde wie ich jetzt war. Vielleicht sollte ich wirklich alles jetzt hinschmeissen, doch da tauchte vor meinem inneren Auge erneut das Gesicht Meyer-Diesterbergs auf und ich riss mich zusammen. Egal wie, ein paar Wochen oder Monate musste ich das hier durchhalten. Wenn ich ein wenig Geld gespart hatte, konnte ich mir ein anderes Zimmer suchen, in einer anderen Stadt oder einem anderen Stadtteil und dann brauchte ich diesem Fallmanager nicht mehr zu begegnen. Also riss ich mich zusammen, atmete tief durch, schneuzte mich, wischte mir dabei wie zufällig die Augen und sah erwartungsvoll in die Runde: “Ich würde gerne erfahren, wie wir nun konkret vorgehen.”

Roger Hansen sah Jürgens fragend an und dieser zeigte ihm mit einer Handbewegung an, dass er das Wort hatte.

“Also, ich habe mir die nächsten 3 Tage alle Termine vom Hals gehalten um ausschließlich mit Martin zu arbeiten. Heute wäre Friseur und einkaufen dran. Morgen gehen wir zur Kosmetik und besorgen einige Accessoires. Dann noch einen Tag Bewegung und Körpersprache. Vielleicht noch ein wenig Stoff für die Presseinterviews durchgehen. Damit sollten wir hinkommen.”

Mir drehte sich fast der Magen um, als ich Presseinterview hörte: “Muss das mit der Presse wirklich sein?” Fragte ich kleinlaut.

Alle 5 sprachen gleichzeitig: “Aber sicher … Unvergleichlich Werbemöglichkeit…. In jedem Fall…. Unbedingt!

Mir sank das Herz in die Hose, doch ich riss mich zusammen, meine Entscheidung stand fest. Ich würde es durchstehen. Wenn es nicht klappte dann,…. ja was dann?” Innerlich zuckte ich die Schultern. Tja was dann? Das würde ich dann sehen.”

Jürgens stand auf: “Gibt es noch was? Nein? Gut! Dann würde ich sagen, wir sehen uns mal die Bauarbeiten an, bevor Roger und Martin shoppen gehen.” Er wandte sich an Roger: “Bitte Rog, tu mir einen Gefallen, mach was aus seinem Typ, aber forme ihn nicht nach deinem Ebenbild. Ein Paradiesvogel in der Firma reicht.” Letzte Bemerkung wurde mit einem Blick auf das knallbunte Hemd des Typberaters begleitet.

Hier überraschte mich nun Roger Hansen, von dem ich erwartet hatte das er auf diese Kritik beleidigt reagieren würde, in dem er laut lachte: “Keine Angst Sven, ich werde da schon was zwischen kreativen Geist und sich Bierdosen auf der Stirn zerdrückenden Macho hinkriegen. Also mit anderen Worten, so was wie dich in chic.”

Ich hielt den Atem an, aber als alle, auch Jürgens, lachten, stimmte ich mit ein.


Lebst du noch, oder wohnst du nur? – Kapitel 6

Die letzten Tage im alten Leben

copyright Karin Braun

Die nächsten Tage hatte ich gut zu tun. Meine Zweifel, dass Sven Jürgens sein Angebot wirklich ernst gemeint hatte, worden schnell zerstreut, denn schon am nächsten Tag hatte ich einen unterschriebenen Arbeitsvertrag im Briefkasten.

Bis ich diesen in meinen Händen hielt, hatte ich es noch immer nicht glauben können. Nach all den Jahren einen wirklich guten Job, der auch noch meiner Veranlagung entsprach. Ich bin bestimmt nicht faul, und meinen letzten Job hatte ich sehr gerne gemacht. In der Objektbewachung arbeitete ich alleine und brauchte mich nicht mit Kollegen abgeben. Leider war ich dort wegen Krankheit gekündigt worden. Auch war diese Arbeit natürlich nicht gut bezahlt gewesen. Das war jetzt anders. Ich hatte mir schon ausgerechnet, dass ich einiges sparen würde können, wenn ich diesen Job durchhielt. Selbst wenn es nur  2 Jahre waren, oder so. Dann würde ich erst einmal wieder ALG I bekommen und hätte einige Rücklagen. Das würde mir ermöglichen auch mal was zu unternehmen. Einmal zu verreisen. Afrika oder Island. Diese Länder hatten mich immer schon gereizt.

Doch erst einmal den nächsten Schritt. Zum Jobcenter. Herr Meier-Diesterberg, mein Fallmanager, fiel fast hinten über als er meinen Vertrag sah. Er las ihn zweimal durch, schnappte nach Luft und sah mich das erste Mal nicht wie etwas an, dass die Katze ins Haus geschleppt hat.

“Alle Achtung Herr Rusch. Da kann man wohl gratulieren!” Er musterte mich von oben bis unten und etwas von dem alten Ekel trat wieder in seinen Blick: “Sie hatte ich schon ganz aufgegeben. Ich meine sie sind nicht gerade das, was ein Arbeitgeber sucht! Sehen sie sich nur mal an.” Seine Augen blieben an meiner zu weiten, nicht ganz sauberen Jeans hängen. Angeekelt wandte er sich ab und rückte einen Papierstapel zwischen uns um eine deutliche Grenze zu ziehen. Er selber war natürlich wie aus dem Ei gepellt.

Kopfschüttelnd vor er fort: “Wie sind sie bloss an diesen Job gekommen? Ich habe gar nichts von diesem Stellenangebot mitbekommen.” Er blätterte in dem Vertrag und da stach ihm das Gehalt in die Augen. Anscheinend glaubte er sich verlesen zu haben. Jedenfalls nahm er die Designerbrille ab und putzte diese ausgiebig, hieb sie sich wieder auf die Nase und las erneut.

“Donnerwetter, sie verdienen da ja mehr als ich.” Brach es empört aus ihm heraus. “Wie haben sie das nur hingekriegt, dass jemand ihnen einen solchen Betrag zahlt?” Sein Blick ruhte wieder abfällig aus mir und langsam wurde ich sauer und streckte energisch die Hand nach meinem Vertrag aus, während ich sarkastisch antwortete: “Durch Eigeninitiative, Herr Meier-Diesterberg, durch Eigeninitiative. Darf ich nun bitten, dass wir hier voranmachen? Ich habe noch einiges zu erledigen.”

Er reichte mir den Vertrag und meinte verärgert: “Eigeninitiative wie?” Während ich meine Sachen packte knurrte er: “Sehen sie zu, dass sie diese Chance nicht vermasseln. Aber was rede ich, Typen wie sie landen doch immer wieder hier.”

Mit zornrotem Kopf verließ ich sein Zimmer, schlug die Tür zu und schwor mir, dass ich hier nie wieder landen würde. Eine kleines Stimmchen in mir flüsterte aber: “Der Mann hat doch recht du bist doch ein Versager und hast doch jede Chance in den Sand gesetzt.” Das machte mich noch wütender und entschieden sagte ich laut: “Du schaffst es diesmal, die sehen dich hier nie wieder.” Ein Mann der mir entgegen kam nickte mir zu und sagte: “Gut so Bruder. Zeig ihnen was ne Harke ist.”

Am nächsten Morgen kündigte ich meinen Job bei der Zeitung und dann hatte ich frei. Eigentlich wäre ich gerne zu IKEA gefahren und hätte alles im Restaurant gefeiert, aber das konnte ich nun nicht. Es war merkwürdig. Ich hatte Hemmungen in diesem Zwischenstadium dort als Gast zu kommen. Denn das war ich ja noch, Gast. Aber eben nur bis Montag, dann würde ich Mitarbeiter sein und die Menschen die dort arbeiteten meine Kollegen. Doch feiern wollte ich die Änderungen in meinem Leben und so nahm ich meine Ersparnisse und ging am Sonntag Abend in ein richtiges Restaurant zum Essen. Sogar eine Käseplatte gönnte ich mir zum Dessert.

Ich weiß nicht, ob sie Schuld war oder die Aufregung vor Montag, jedenfalls schlief ich extrem schlecht und erwachte gegen Morgen schreiend aus einem Alptraum.

Beim Frühstück versuchte ich die Fragmente des Traumes zusammen zu kriegen und plötzlich erinnerte ich mich genau:

Ich war in meiner IKEA-Wohnung gewesen. Hatte dort am Küchentisch gesessen und vor der Glasscheibe drängelten sich die Leute. Sie zeigten mit dem Finger auf mich, und jemand hatte ein Schild: Füttern verboten! aufgehängt. Die Blicke der Leute waren aufdringlich und es wurden mehr und mehr. Einige klopfen ungeduldig mit den Fingern an das Glas und riefen: “Nun tu doch mal was.”

Ich war wie erstarrt. Konnte nur da sitzen und mich hin und her wiegen, wie ich es einmal bei einem Gorilla im Zoo gesehen hatte.

Plötzlich zerbrach die Glasscheibe und die Menschen drängten sich in die Musterküche, ihre Hände griffen nach mir. Sie schrieen auf mich ein, zogen an meiner Kleidung und an meinen Haaren und ich schlug nach ihnen. Das schien sie eher zu belustigen statt zu beeindrucken. Schließlich kam das Wachpersonal und ich war erleichtert. 2 Männer drängten die Menschen zurück und die anderen Beiden nahmen mich zwischen sich und wollten mich wegdrängen. Da bemerkte ich, dass meine Hand nur noch an einem Faden mit dem Arm verbunden war. Es blutete nicht, keine Sehnen und keine Knochen, sondern nur Kabel und Drähte hielten die Verbindung. Das erschreckte mich und ich zeigte den Wächtern was passiert war. Der eine klopfte mir auf die Schulter und meinte: “Keine Sorge, in der Fabrik kriegen die dich wieder hin.” Dann hoben sie mich hoch und brachten mich aus dem Geschäft.

Plötzlich waren wir in einer Fabrik mit einer Fertigungsstrasse an der Menschen Martinköpfe auf Martinkörper schraubten und unzählige Modelle von mir bauten. Ich war entsetzt und wollte schreien, aber ich kriegte keinen Ton heraus. Plötzlich stand Sven Jürgens da, in einem Overall mit einer Werkzeugkiste in der Hand und sagte: “Ruhig Martin, wir kriegen das schon wieder hin.” Dann riss er an meinem Arm und dieser rutschte aus dem Ärmel meines Pullovers. Jürgens schmiss ihn weg und nahm aus seiner Kiste einen neuen Arm, der sehr viel kräftiger war wie mein alter und aus Metall. Er schob ihn in den Ärmel und arretierte in der Achselhöhle. Jürgens nickte zufrieden, doch dann verzog sich sein Gesicht ängstlich und auch ich merkte das etwas nicht stimmte. Das Metall breitete sich aus, überzog meinen ganzen Körper und ich schrie und schrie……

bis ich erwachte.

Sicher nur die Aufregung versuchte ich mich zu beruhigen und schob die Erinnerung an den Traum beiseite. Ein Blick auf die Uhr und ich sah, dass es Zeit war zu gehen.

An der Tür sah ich mich noch einmal in meinem Zimmer um und fragte mich, ob ich wohl noch der Alte sein würde, wenn ich heute Abend nach Hause käme.


Wohnst du noch, oder lebst du nur? – 5. Kapitel

Das Angebot

copyright Karin Braun

Begeistert zeigte er auf den Monitor: “Sehen sie Martin, dass schwebt mir vor. Eine Musterwohnung in der Ausstellung die sie bewohnen sollen.”

Meine Gedanken rasten. Was war das denn für eine Idee?

Sven lächelte liebevoll auf den Bildschirm und erklärte dabei: “Seit wir sie entdeckt haben, habe ich Gespräche mit der Konzernleitung geführt. Sie sind begeistert und haben uns grünes Licht gegeben hier in Kiel ein Experiment zu starten. Wenn es erfolgreich ist, wird es erst Deutschland  und später weltweit umgesetzt werden. Wir werden Trendsetter sein, nicht nur was unsere Produkte betrifft, sondern wir werden auch Werbungstechnisch ganz neue Massstäbe setzen.”

Mir wurde schwindelig und ich musste mich setzen. Sven riss sich umgehend vom Monitor los und kam ebenfalls zurück in die Sitzecke: “Entschuldigen sie Martin, aber ich bin so aufgeregt.”

Er wirkte wie ein kleiner Junge und das beruhigte mich einigermaßen. Mir war diese kindliche Freude fremd, und bei anderen egal wie alt, fand ich sie irritierend. Doch dieser Mann hatte etwas mitreißendes. Vielleicht empfand ich es auch nur so, weil ich Anteil an allem hatte. Aber bei aller Sympathie, wir mussten hier zu Ende kommen und so bat ich ihn konkret zu werden.

Er räusperte sich und wurde ernst: “Also wir stellen sie uns als Bewohner dieser Musterwohnung vor. Sie würden darin leben. Also so wie sie sonst einen Tagesablauf gestalten würden.”

Unsicher fragte ich: “Aber würden die Leute denn in “meine” Wohnung reinkönnen. Ich meine, würden sie in meiner unmittelbaren Nähe sein?”

“Nein, Martin, wir würden die Wohnung verglasen und sie würden nicht direkt belästigt werden, nur dass die Leute ihnen von aussen zusehen könnten.”

Ein Teil von mir empörte sich und zog Vergleiche zu einem Aquarium oder einem Zoogehege. Doch da war auch Neugierde und Freude über ein solches Angebot. In erster Linie einmal deswegen, weil es mir den Aufenthalt hier ganz legal ermöglichte. Welche Erleichterung nach dem ich schon befürchtet hatte weltweit in alles IKEA-Fillialen Hausverbot zu bekommen. Aber erst einmal wollte ich mehr wissen.

“Also gut, die Menschen können mir nicht direkt nahe kommen, aber jeder hat doch Verrichtungen in seinem Tagesablauf die er gerne ungestört erledigen würde. Also Toilette und so. Wie soll das gehen?”

Sven lächelte: “Da haben wir natürlich dran gedacht. Wir haben noch einen Versteckten Raum angefügt in dem sich ein Bad befindet, dass nicht einsehbar ist.”

Mir kam die nächste Frage: “Ich habe mir ja nun ihre Ausstellung angesehen und bemerkt das ihr Erfolg auch darauf beruht, dass die Leute die Dinge nicht nur in einer “natürlichen” Umgebung sehen, sondern auch berühren können.”

Mein Gegenüber sah mich anerkennend an: “Gut erkannt Martin. Das war ein Punkt der uns grosse Sorgen machte, aber das ließ sich lösen. Wir werden aufgelockert und ein wenig abweichend von der sonstigen Ausstellung die Möbel und Dinge aus der Wohnung um diese herum stellen. Da sind unsere Designer und Psychologen schon dran.”

Seine Anerkennung tat mir gut und etwas selbstsicherer fragte ich nach weiteren Details.

“Wir stellen uns vor, dass sie 6 Stunden am Tag in der Wohnung zu sehen sind. Zu unterschiedlichen Tageszeiten. 4 Stunden die Woche sind für Arbeiten um den eigentlichen Job vorgesehen. Also Friseur, Kleidung. Einweisung in den Umgang mit neuen Produkten.”

Ich überlegte kurz: “Das hörte sich gar nicht schlecht an. Sicher das mit dem Friseur und der Kleidung, dass war nicht meines. Aber ein paar Zugeständnisse musste man wohl machen. Aber die Arbeitszeit war okay und, die Hauptsache, ich konnte hier sein. Doch ich wollte nicht zu begeistert scheinen, also fragte ich mürrisch.”

“Was soll ich denn die 6 Stunden in der Ausstellung tun? Wenn ich zu Hause bin tue ich meistens nichts und das wird die Leute ja nicht interessieren.”

Er lachte: “Nein sicher hat keiner Lust ihnen beim Trübsal blasen zu zu sehen. Das würde die Leute eher deprimieren und wir wollen ja, dass sie motiviert werden und kaufen, weil sie leben wollen wie sie.” Ernster vor er fort: “Ich will ihnen auch offen sagen, dass unsere Marketingabteilung sie nicht für den passenden Kandidaten hält. Sie meinen sie würden nicht genug Erfolg und Optimismus ausstrahlen und sie halten sie auch für zu alt.”

Er sah das empörte Aufflackern in meinen Augen und winkte ab: “Keine Aufregung, die Typen in dem Bereich versuchen krampfhaft noch wie 17 zu wirken, auch wenn sie dicht vor der Rente stehen. Was die Verkennen ist, dass die Kaufkraft nicht bei den sehr jungen Leuten liegt, sondern bei den Menschen unserer Altersklasse.”

“Aber ihr Angebot richtet ist doch sehr modern und auf junge Menschen ausgerichtet.” Wagte ich ein zu wenden.

“Das stimmt, aber seien wir doch mal ehrlich, wer bezahlt denn dem Studenten oder der jungen Familie die ersten Möbel? Die Eltern! Also Menschen wie wir. Wenn ich daran denke, was mich der Auszug meiner beiden Töchter ohne den Personalrabatt hier gekostet hätte. Mann oh Mann.” Er schüttelte traurig den Kopf: “Doch das ist eine andere Sache. Wie gesagt sie haben recht. Aber eine weitere Tatsache spricht für jemanden ihres Alters: Es ist leichter sie jünger wirken zu lassen, als jemanden Jungen älter. Denn sie strahlen, und das hat mich dazu gebracht mich für sie zu entscheiden, eine gewisse Souveränität aus die nicht verstaubt wirkt und die junge Menschen sehr wohl erstrebenswert finden.”

Das machte mich nun verlegen, zumal ich das gar nicht fand. Aber es gefiel mir, dass jemand anders mich so wahrnahm.

Schließlich blieb nur noch die Frage nach der Bezahlung, die ich ein wenig zögerlich stellte. Sven lächelte verschmitzt: “An dieser Stelle würde ich jetzt nach ihren Vorstellungen fragen, und froh sein, dass ihr schlechtes Gewissen wegen der illegalen Übernachtung hier sie veranlasst nicht in der oberen Preisklasse Forderungen zu stellen. Aber das lassen wir mal.”

Er nahm einen Zettel, schrieb etwas darauf und schob ihn mir rüber. Verblüfft las ich die recht hohe Summe, bemühte mich aber meine Freude nicht zu zeigen.

“Nun, sind wir uns einig? Das ist natürlich nur das Anfangsgehalt. Das ist durch aus nicht das Ende der Fahnenstange. Da kommen später noch Spesen, Sondervergütungen und Werbe Einahmen zu. Gar nicht davon zu reden, dass sie natürlich die Kleidung und so die wir ihnen stellen behalten können.”

Einen Moment war ich versucht noch weitere Fragen zu stellen, denn bei diesen Aussichten musste ein Haken sein. Doch dann hörte ich auf die Stimme in mir die sagte: Greif zu, so eine Chance erhältst du nie wieder.”

So schlug ich ein und wir verabredeten das ich die nächsten Tage meine Angelegenheiten mit dem Jobcenter klären sollte. Die erste Besprechung und mein erster Arbeitstag würde dann der nächste Montag sein. Um 08:30 würde es mit einer Besprechung der Marketingabteilung und Jürgens beginnen.